Der Anlass für den Bau von Schloss Nymphenburg war die Geburt des langersehnten Thronerben Max Emanuel. Erst nach zehnjähriger Ehe mit Kurfürst Ferdinand Maria brachte seine Frau Henriette Adelaide von Savoyen im Jahr 1662 den gemeinsamen Sohn auf die Welt.
Entstehung und Bau
Nachdem er bereits die Theatinerkirche entworfen hatte, wurde Agostino Barelli nun mit der Planung des Schlosses beauftragt. Der Bau begann bereits 1664. 15 Jahre später war das Schloss fertiggebaut, allerdings handelte es sich damals lediglich um einen mächtigen kubischen Pavillon, der von der Hofmarkskirche sowie mehreren Wirtschafts- und Nebengebäuden umgeben war. Außerdem gab es einen kleinen Garten, der von einer Mauer begrenzt und in geometrischen Formen angelegt war.
Ausbau und Vergrößerung
Unter Kurfürst Max Emanuel erreichte Schloss Nymphenburg seine heutige Größe. Unter der Leitung des damaligen Hofbaumeisters Henrico Zuccalli entstanden ab 1701 zwei Pavillons, die durch Galerien mit dem vorhandenen Gebäude verbunden wurden. Der Spanische Erbfolgekrieg sorgte für eine Unterbrechung der Baumaßen, da Max Emanuel sich zwischen 1704 und 1715 nicht in Bayern aufhielt. Nach seiner Rückkehr aus Paris nach München im Jahr 1715 waren zahlreiche französische und in Frankreich ausgebildete Künstler in seiner Begleitung. Der Ausbau konnte fortgesetzt werden und wurde entscheidend von diesen Künstlern beeinflusst, die Werke nach dem neuesten französischen Geschmack schufen. Durch die Arbeit bedeutender französisch geprägter, aber auch einheimischer Künstler, wurde der Münchner Hof zu einem Zentrum der Kunst innerhalb Europas. Die Baumaßnahmen wurden unter Karl Albrecht, der ab 1726 regierte, fortgesetzt. Er ließ das Schlossrondell sowie die Amalienburg im Nymphenburger Park bauen. Letztere wurde von François Cuvilliés entworfen, der die Münchner Hofkunst damit zur höchsten Blüte verhalf. Der Festsaal von Schloss Nymphenburg erhielt unter Kurfürst Max III. Joseph seine heutige pompöse Dekoration und brachte die Nymphenburger Porzellanmanufaktur im vorderen Schlossrondell unter, wo sie bis heute ist. Auch im Park wurden einige Veränderungen vorgenommen, wie der Bau prunkvoller Freitreppen, die einen herrschaftlichen Zugang zum Hauptgebäude ermöglichten. Außerdem wurden im Park Statuen der wichtigsten Götter des Olymps aufgestellt. Kurfürst Karl Theodor veränderte zwar baulich wenig, doch er sorgte für eine wesentliche Änderung, als er im Jahr 1792 den Nymphenburger Schlosspark für das Volk öffnete.
Bayern stieg im frühen 19. Jahrhundert zum Königreich auf, womit auch Nymphenburg eine größere Bedeutung erhielt. Max I. Joseph, der erste König von Bayern, ließ einige Räume umbauen und stattete sie mit noblen klassizistischen Möbeln aus. Außerdem wurde der bis dahin geometrische französische Garten in einen Landschaftspark englischer Prägung umgewandelt. Nach dem Tod von Max I. Joseph im Jahr 1825 blieb Schloss Nymphenburg eine Lieblingsresidenz der bayerischen Könige.